Ausländer wählen ihre Beiräte

Bei den Ausländerbeiratswahlen in Marburg gab es am Sonntag

eine enttäuschende Wahlbeteiligung

 

  

Dr. Matin Baraki (rechts), Vorsitzender des Marburger Ausländerbeirats,

freute sich über jede abgegebene Stimme.© Manfred Hitzeroth

Marburg. Mit 321 von 5.000 Wahlberechtigten nahmen nur 6,5 Prozent ihr Stimmrecht wahr, teilte Gotthard Seim vom Wahlamt der Stadt Marburg dieser Zeitung auf Anfrage mit.

Der amtierende Vorsitzende des Marburger Ausländerbeirats, Dr. Matin Baraki, zeigte sich sehr enttäuscht von der geringen Wahlbeteiligung. Er forderte von der Politik, die Ausländerbeiräte mit mehr Kompetenzen auszustatten, um die Gremien so attraktiver zu machen.

Bisher liegen aus Marburg nur erste Trends zum Ausgang der Wahl vor, die endgültigen Ergebnisse der Wahlen sollen nach dem Auszählen der Stimmzettel am Montagmittag vorgestellt werden.
In 89 hessischen Kommunen sowie in den Landkreisen Gießen und Kassel sind am Sonntag die Ausländerbeiräte gewählt worden.

Insgesamt traten 2.326 Kandidaten an, von denen fast jeder dritte weiblich ist. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (Agah) wird die Auszählung der Stimmen vor allem in den Großstädten noch mehrere Tage dauern. Wahlberechtigt waren knapp eine halbe Million Menschen, deren politische Interessen von den künftigen Beiräten vertreten werden sollen.

von Manfred Hitzeroth


Fest zur Ausländerbeiratswahl

Um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen, veranstaltet der amtierende Ausländerbeirat diesen Sonntag ein Fest der Kulturen.

Der amtierende Ausländerbeirat ruft für diesen Sonntag zur Wahl auf. © Privat

Marburg. In mehr als 90 Kommunen in Hessen werden am Sonntag, 7. November, die Ausländerbeiräte neu gewählt. Rund 5.000 Menschen mit ausländischem Pass können in Marburg in zwei Wahllokalen an den Wahlen zum Ausländerbeirat teilnehmen.

Der amtierende Ausländerbeirat hofft auf rege Wahlbeteiligung. Um möglichst viele Menschen an die Wahlurne zu holen, findet ab 12 Uhr in der Oberstadt vor dem Marktplatz und auf dem Heumarkt ein Straßenfest statt, wie Maria Hennig vom Ausländerbeirat erklärte.

Dabei präsentieren sich verschiedene Kulturen mit kulinarischen Köstlichkeiten und Vorführungen, sodass das Fest auch für Nichtwähler angeboten wird. Während sich in Frankfurt 35 Listen mit 473 Kandidaten bewerben, gibt es in Marburg 3 Listen mit 40 Bewerbern.

Neben der „Interkulturellen Liste“ (IKL) und der „Gruppe und Grenzen“ steht diesmal eine neue Liste zur Wahl an, die zum Teil von früheren Mitgliedern der IKL gegründet wurde. „Vielfalt, Gleichberechtigung und Zusammenleben“ nennt sich die neue Wählergruppierung.

von Anna