Sitzungsprotokoll vom 24. Juni 2004 des Ausländerbeirates Marburg |
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Anwesend: |
Herr
Abd Alrahman, Herr Dr. Baraki, Frau Engel, Frau Petrosjan, Herr Rezzonico, Herr Dr. Sido |
Entschuldigt fehlen: |
Frau Amdjadi, Herr Sahip |
Unentschuldigt fehlen: |
Herr Ahmad, Herr Konrad, Herr Korobko, Frau Matureli, Frau Stang, Herr Toker |
Gäste: |
Frau Bauer (Asta-MR), Herr und Frau Braun, Herr Budak (autonomes Ausländerreferat Asta
MR), Herr Farman (Ausländerbeirat Gießen und AGAH), Herr Güngören (Praktikant
Ausländerbeirat MR), Herr Dr. Huesemann (Oberbürgermeister-Kandidat), Herr Ivancik, Frau
Mehnert (CDU-Fraktion), Herr Palacigs, Frau Schulze, Herr Schumacher (Verdi
Mittelhessen), Herr Weber (MNZ), Herr Weller (FDP) |
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| Protokoll |
TOP 1 |
Begrüßung |
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Der Vorsitzende Herr Dr. Sido stellt um 18.30 Uhr die
Beschlussunfähigkeit fest und macht auf die Wiederholungssitzung um 19.00 Uhr
aufmerksam. Um 19.00 Uhr eröffnet der Vorsitzende die Sitzung und stellt
fest, dass die Mitglieder in beschlussfähiger Anzahl erschienen sind.
Schließlich wird mit der Begrüßung aller anwesenden Gäste begonnen. |
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2.1 |
Genehmigung des Protokolls vom 29. April 2004 |
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Das Protokoll wird einstimmig angenommen |
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2.2 |
Genehmigung des Protokolls vom 27. Mai 2004 |
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Unter folgender Änderung wird das Protokoll mit einer
Enthaltung genehmigt: TOP 5.1: In
der zweiten Zeile wird das Wort „mit“ durch „ohne“ ersetzt |
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3.1 |
Kandidat für das Oberbürgermeisteramt: Herr Dr. Huesmann (MBL) |
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 Herr Dr.
Huesmann von der „Marburger Bürgerliste“ stellt sich vor und berichtet eine
Anekdote von seinem Italien-Rückweg durch Oberammergau. Wichtig für ihn sei
das Lernen von den ausländischen Mitbürgern, welche unkompliziert, ohne Neid
miteinander in anderen Ländern umgegangen werde. So könne er eher etwas von
ihnen lernen, als ihnen etwas geben. Für ihn ist es auch vernünftig, jeden
Bürger gleich zu behandeln, unabhängig seiner Nationalität. Der
Oberbürgermeister muss sich für jeden Bürger einsetzen.
Des weiteren stellt er die Wichtigkeit der Universität und der
Behring-Werke heraus und macht sogleich auf Probleme aufmerksam dessen Lösung
er anbieten könne. Ein Aspekt sei die neue Industrieansiedlung von
Hochtechnologie, ein anderer Aspekt sei die Entwicklung und die Verzahnung
der Universität mit der Stadt. So dass gegenseitige Vorteile der Universität
mit der Pharmaindustrie genutzt werden können. Auch ist
sich Herr Dr. Huesmann bewusst, dass Ausschreitungen gegen Ausländer geben
könne und geben werde. Die Aufgabe des Oberbürgermeisters sei die Leitung der
Verwaltung. Hierfür müsse man Anregungen finden und Schwerpunkte setzen.
In Bezug auf
das Geld, weist er hin, dass man mit dem was man habe, zufrieden sein müsse.
Der
Vorsitzender Herr Dr. Sido bedankt sich für die Vorstellung des Herrn Dr.
Huesmann als Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt und stellt fest, dass
das zwar noch kein Programm sei, aber klar geworden sei, was er mit Marburg
vorhabe. Herr Baraki
wendet sich fragend an Herrn Dr. Huesmann, was er gedenkt zu tun, um die
Ausstattung des Ausländerbeirates zu verbessern. Schließlich ist die Stadt
Marburg dazu verpflichtet den Ausländerbeirat MR auszustatten, der jedoch
nicht entsprechend der HGO ausgestattet sei. Dabei sei allgemein verbreitet,
dass es kein Geld gäbe. Dabei sei das Problem nicht der Geldmangel, sondern
die Geldverteilung. Herr Dr.
Huesmann weist darauf hin, dass die Bundesrepublik Deutschland eines der
reichsten Länder dieser Welt seien. Er gibt auch zu, dass das Geld an
falscher Stelle ausgegeben werde. Bezüglich der Ausstattung des
Ausländerbeirates pflichtet er bei, dass wenn etwas vernünftig sei, könne
darüber diskutiert werden. Es gebe viele freiwillige Verpflichtungen der
Stadt Marburg, aber diese Leistung sei eine verpflichtende Leistung, welche
die Stadt Marburg leisten müsse. Herr
Rezzonico macht auf das Dilemma des Ausländerbeirates als Beratungsorgan für
den Magistrat aufmerksam. Immer müsse der Ausländerbeirat auf die Stadt zu
kommen, wenn der Ausländerbeirat die Interessen der Migranten betroffen
sieht. Das bringe den Ausländerbeirat in eine „Kontra“-Haltung. Die Stadt
Marburg soll uns zuerst fragen, so dass der Ausländerbeirat nicht hinterher
korrigieren müsse. Dem kann der
Herr Dr. Huesmann zustimmen. Dass der Oberbürgermeister regelmäßig mit einer
wichtigen Gruppe, wie dem Ausländerbeirat zusammen kommt und mit dem
Vorsitzenden z.B. einen Kaffee trinken geht, wäre sehr wichtig.
Der Vorsitzende bittet den Herrn Dr. Huesmann eine Anfrage zu
machen, warum das Kinderparlament, nicht aber der Ausländerbeirat gefragt
werde. Zusätzlich
weist der Vorsitzende daraufhin, dass der Ausländerbeirat über kein Rederecht
verfüge. Daraufhin antwortet der Herr Dr. Huesmann, dass das Rederecht aber
jederzeit erteilt werden könne. Herr Farman
wendet sich fragend an Herrn Dr. Huesmann, wie man das Problem lösen könne,
dass Generationen sich nicht verstehen. Er plädiert ebenfalls für ein
Rederecht oder Antragsrecht für Gießen. Herr Dr.
Huesmann erklärt, dass der Oberbürgermeister an die HGO gebunden sei. Das
Parlament dagegen, könne etwas anderes beschließen. Bezüglich der
Generationen ist Herr Dr. Huesmann davon überzeugt, dass Junge und Alte
aufeinander angewiesen sein werden. Es sei wichtig wieder eine Gemeinschaft
zu werden. |
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3.2 |
Karneval der Kulturen in Berlin Bericht
von Herrn Dr. M. Baraki |
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Herr Dr. Baraki berichtet vom „Karneval der Kulturen“ in
Berlin und schlägt vor, im Rahmen des 3 Tage Marburg so etwas zu
veranstalten. Marburg habe den Vorteil, dass es eine internationale Stadt sei
und alle Kulturen wie in Berlin vorhanden seien. Angesichts dieser „Kampf der
Kulturen“-Spannung soll gezeigt werden, dass wir kultivierte Menschen seien.
Dieses Vorhaben sei aber für das 3TM in diesem Jahr zu kurzfristig. Weiterhin
könne mit verschiedenen Vereinen zusammengearbeitet werden, die unser
Anliegen unterstützen. Mit den Leuten vom „Karneval der Kulturen“ könne man
sich unterhalten und auf ihre Erfahrungen in Organisationen zurückgreifen.
Der Kandidat
für das Oberbürgermeisteramt Herr Dr. Huesmann unterstütz dieses vorhaben und
bemerkt, dass das Kulturamt für solche interessanten und informativen
Vorhaben Geld habe. |
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3.3 |
Herr Ivancik kämpft um den Umgang mit seiner Tochter |
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Herr Ivancik wendet sich Rat suchend an den Ausländerbeirat in
der Angelegenheit um seine 4 Jahre alte Tochter. Herr Ivancik habe die
Gesetze als hart, unmenschlich und brutal empfunden, weil der Vater keine
Rechte habe. Er kämpft seit 1 ½ Jahren für sein Kind, um welches er sich seit
Anbeginn der Geburt gekümmert habe. Ebenfalls ist er vom Gericht als
Bezugsperson anerkannt worden. So kämpfe er gar nicht um das Sorgerecht,
sondern allein um den Zugang zu seinem Kind. Das Kind lebt bei Potsdam bei
seiner Mutter bzw., seinen Großeltern. Auch habe er eine Strafanzeige beim
Gericht Potsdam erhoben wegen Kindesentführung seitens seiner Exfreundin.
Eine Resolution wurde ebenfalls eingereicht, um den Druck auf die Behörde zu
erhöhen. Er wartet immer noch das Schreiben ab, indem mitgeteilt werden
solle, woran es liege. Mit einer
Enthaltung wird folgender Beschluss angenommen. Im Namen des
Ausländerbeirates werden wir dieses Anliegen vor dem Jugendgericht Potsdam
und Marburg vorgetragen. Ein Schreiben mit dem Inhalt, dass um Klärung
gebeten werde, soll geschickt werden. Herr Dr.
Baraki merkt an, dass das ein juristisches Problem sei, dass nur juristisch
gelöst werden könne. Was genau passiert sei, warum der Vater das Kind nicht
sehen könne, können wir erst mal Informationen beschaffen |
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4.1 |
Stellungnahme zur Erhöhung der Eintrittsgebühr für Bäder |
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Die
Stellungnahme ist einstimmig beschlossen worden. |
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4.2 |
Eilantrag betreffend die Unterstützung der Gründung eines Vereins „Migrolatino“ in
Marburg. |
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Nach
einer Aussprache wird der Antrag zurückgezogen und der Beirat spricht sich
dafür aus, dass er diesen Verein nach seiner Gründung unterstützen werde. Der
Ausländerbeirat begrüßt die Gründung des Vereins |
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5.1 |
Zukunftskonferenz „Deutsch-Lernen am Richtsberg
Frau Engel |
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Frau
Engel berichtet von der Zukunftskonferenz „Deutsch-Lernen am Richtsberg“, die
in Kooperation mit dem Magistrat der Stadt Marburg vom Internationalen Bund
(IB) veranstaltet wurde. Frau Leowald vom IB, die ihre Organisation auch im
Ausländerbeirat präsentierte, stellte ihr Projekt „Spracherwerb“ vor. Frau
Engel selbst nahm als Referentin teil. |
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5.2 |
Ausschuss für Soziales, Jugend und Frauen
Frau Engel |
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1. Der
Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“ haben sich vorgestellt und um
Unterstützung ihres Projektes „Probaktive Beratung im Rahmen von
Gewaltschutzgesetz und polizeilicher Wegweisung“ gebeten. Das Frauenhaus
braucht hierfür zwei Angestellten. 2. Des weiteren hat der SOA
seinen Abschlussbericht mit dem Schwerpunkt Armut in Marburg. |
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5.3 |
Schul- und Kulturausschuss Frau Petrosjan |
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1. Die
Grundschule Schröck-Bauerbach hat sich in die „Tausendfüßlerschule“
umbenannt. Zwar gab es andere Vorschläge, aber die Kinder wählten diesen
Begriff, weil sie sich damit identifizieren konnten. 2. Der Stahl ist um 86%
teurer geworden. Das verursacht eine Mehrausgabe von 128.700 €. Das Café
Trauma werde aber dennoch umgebaut. |
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5.4 |
Haupt- und Finanzausschuss Frau Amdjadi
wurde von Frau Imilkowski vertreten |
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1. Der
Magistrat sieht keine Verwaltungskosten auf sie zukommen bezüglich der
Einführung des Prinzips der „Gender Mainstreaming“ |
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5.5 |
Bau- und Planungsausschuss Herr Rezzonico |
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1. Das
Land Hessen hat Wohnraum für gewerbliche Zwecke freigelassen.
2. Bei
der Einrichtung von Parkplätzen für Busse in der Innenstadt ist es gelungen
unterhalb des Kostenvoranschlags zu bleiben. |
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5.6 |
Berichte des Vorsitzenden Herr Dr. Sido |
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Der
Vorsitzende berichtet von einem Brief des Oberbürgermeisters Herrn Möller
betreffend „Girokonto für alle“: Es wird festgestellt, dass die Banken kein
Girokonto verweigert haben. Des weiteren wird vom
antirassistischen Telefons (art) berichtet. Die Initiative hat den Bericht
dem AB zukommen lassen. Dieser liegt allen Mitgliedern vor. Ferner
wird von der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung berichtet.
Zum
Schluss wird von der Jahresversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker
(GfbV) berichtet, die in Göttingen vom 4. Juli bis zum 6. Juni stattfand. |
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TOP 6 |
Termine und Mitteilungen |
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Der
Vorsitzende teilt zahlreiche Termine und Mitteilungen mit. |
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Der
Vorsitzende stellt den neuen Praktikanten Mehmet Güngören vor, und heißt ihn
herzlich willkommen. |
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