3.1 Kopftuch oder kein Kopftuch an deutschen Schulen
Herr Sido begründet das Thema des Kopftuchverbotes als
Tagesordnungspunkt mit dem Hinweis, dass der Ausländerbeirat
ein politisches Gremium sei. Der Vertreter des
Ausländerbeirates solle deshalb wissen, wie er bei der AGAH,
dem Landesausländerbeirat, abzustimmen habe.
Der Vorsitzende Herr Dr. Sido leitet das Thema „Kopftuch an
deutschen Schulen“ mit einer aktuellen Nachricht ein.
An der regen Diskussion beteiligten sich alle anwesenden
Mitglieder und Gäste wie Herr Biehn (Verein für
interkulturelle Bildung), Frau Paetow, Frau Pistor
(B90/Grüne), Herr Schäfer (Büro für Integration) und Frau
Winter (Gleichberechtigungsreferat Stadt Marburg). Herr Kahle
(Stadtrat) wurde ebenfalls zu Wort gebeten.
Das Kopftuchverbot wurde kontrovers diskutiert.
Es ging vor allem um Toleranz gegenüber den Frauen, die ein
Kopftuch tragen wollen, als auch gegenüber denen, die ein
Kopftuch ablehnten. Es wurde auf den Koran verwiesen, in dem
von einem Kopftuchgebot nicht die Rede sei, lediglich von
einer Bedeckung der Scham. Die Vermischung von Kirche und
Staat in Deutschland war ebenfalls Gegenstand der Diskussion,
die im Gegensatz zu der Säkularität Frankreichs steht. Die
Frage, ob das Kopftuch ein religiöses, kulturelles oder
politisches Symbol sei, stand bei vielen im Mittelpunkt der
Diskussion.
Im Großen und Ganzen wurde überlegt, ob ein Kopftuchverbot
oder gerade die Erlaubnis ein Kopftuch zu tragen die
Integration verhindere.
Der Vorsitzende Herr Sido unterbricht die 1. Sitzung und
eröffnet um 19.00 Uhr die zweite Sitzung. Er begrüßt die
zahlreich erschienenen Gäste. Die Diskussion wird
fortgesetzt.
Herr Sido nennt die Argumente, die für ein Verbot des Tragens
eines Kopftuches und die gegen ein Verbot sprechen. In jedem
Fall solle die hessische Regierung in ihrer Entscheidung
konsequent sein und das Grundgesetz darf nicht verletzt
werden.
Weiterhin wurde die Gleichberechtigung von Männern und Frauen,
das Kreuz als Unterdrückungssymbol, die Freiwilligkeit des
Tragens eines Kopftuchs, das Kopftuch aus Überzeugung,
Grundlagen eines kulturellen Umgangs miteinander, die Schule
als ein Ort der Werte der Aufklärung und der
Gleichberechtigung und der Öffentlicher Dienst thematisiert.
Besonders vielen lag der Schutz der Rechte von Kindern, die
keinem Zwang ausgesetzt sein sollen, am Herzen.
Herr Sido schlägt vor, die Diskussion auf die nächste Sitzung
zu verschieben und stellt die Notwendigkeit einer
Stellungnahme des Ausländerbeirates zur Abstimmung.
Die Mehrheit der Mitglieder entscheidet sich für eine
Stellungnahme.
Der Ausländerbeirat beschließt mit zwei Enthaltungen und
einer Gegenstimme den folgenden Beschluss:
- Der Vertreter des
Ausländerbeirates Marburg wird verpflichtet in der Sitzung
der AGAH sich für ein Kopftuchverbot in öffentlichen
Schulen für minderjährige Schülerinnen (unter 18 Jahre)
auszusprechen.
Gewünscht wurde eine weitere Diskussion über dieses Thema.
Dazu solle Frau Professor Dr. Spuler-Hegemann
(Philipsuniversität Marburg) als Referentin eingeladen werden.
Zusätzlich soll Frau Amdjadi als Vertreterin des
Ausländerbeirates zur Gleichberechtigungskommission eingeladen
werden, sofern die Kommission zustimmt. Der Ausländerbeirat
befürwortet das einstimmig.
3.2
Muttersprachlicher Unterricht an den deutschen Schulen